Rüsch Corporation
Markt- und Wettbewerbsstudie zu Thorax-Drainage-Systemen und Kardioplegie-Kathetern in Deutschland, anschließende erfolgreiche Produkteinführung mit MEX-Vertriebsstruktur.
- Jahr
- 1999–2001
- Branche
- Thorax-Drainage · Kardioplegie · Chirurgie
- Module
- 4 von 7
Ausgangslage
Die Rüsch Corporation, ein etablierter US-/europäischer Hersteller von OP-Verbrauchsmaterialien, plante 1999 die Einführung mehrerer Produktlinien in Deutschland: Thorax-Drainage-Systeme für die Thoraxchirurgie und Kardioplegie-Katheter für die Herzchirurgie. Beide Produktklassen sind klinisch differenziert, hochspezifisch und stark durch Klinik-Einkauf und Anwender-Präferenzen geprägt.
Vor dem Markteintritt fehlten drei strukturelle Datenpunkte:
- Wettbewerbs-Landscape — welche Anbieter sind in welchen Klinik-Typen vertreten?
- Preis- und Marktanteils-Benchmark — wo liegt das Preisspektrum, welche Volumina sind realistisch?
- Reimbursement-Klarheit — wie wird die Produktklasse über DRG abgebildet, wo liegen Mehrerlöskalkulationen?
Ohne diese Daten wäre eine Preisstrategie und ein Vertriebs-Roll-out nicht kalkulierbar gewesen.
Mandat
MEX wurde mit der vollständigen Marktstudie und der anschließenden operativen Markteinführung beauftragt. Aufgaben:
- Marktstudie über 120+ Kliniken in Deutschland (Thoraxchirurgie, Herzchirurgie, Universitätskliniken und große Maximalversorger).
- Wettbewerbs-Mapping mit Produkt-Spezifikationen, Klinik-Penetration und Preisniveau pro Anbieter.
- Reimbursement-Analyse über die damals geltenden Erstattungslogiken (Vor-DRG-System und beginnende DRG-Vorbereitung).
- Vertriebs-Strategie-Empfehlung mit klar definierten Listings-Prioritäten.
- Operative Umsetzung der Produkteinführung über das MEX-Vertriebsnetzwerk (heute UNICARE).
Umsetzung
Die Studienphase lief über mehrere Monate und nutzte strukturierte Interviews mit Klinik-Einkauf, OP-Pflege und Chefärzten der Ziel-Disziplinen. Aus den Befragungsergebnissen entstanden:
- Marktanteilskarte je Klinik-Typ und Bundesland.
- Preis-Spektrum-Übersicht mit klaren Klassen für Verhandlungsausgangspunkte.
- Listings-Prioritätenliste mit ca. 40 Top-Targets in der ersten Phase.
- DRG-Mehrerlös-Kalkulation für die produktklassen-relevanten Eingriffe.
Aus dieser Datengrundlage heraus startete der operative Roll-out — mit klar definierten Targets, abgestimmter Preisstrategie und einer Vertriebs-Pipeline, die der spätere MEX-Modul-4-Vertriebsansatz (UNICARE) im Kern bereits vorwegnahm.
Ergebnis
Beide Produktlinien wurden in Deutschland erfolgreich eingeführt. Die strukturierte Datengrundlage verhinderte zwei klassische Fehler:
- Preisliche Unter-Positionierung im Vergleich zu etablierten Anbietern.
- Fehlende Listings-Priorisierung mit Ressourcenverteilung auf zu viele Klinik-Typen gleichzeitig.
Bedeutung für das MEX-Modell
Das Rüsch-Mandat war einer der Prototypen für das, was heute Modul 3 (Marketing) in Kombination mit Modul 4 (UNICARE-Vertrieb) ist: eine strukturierte Markt- und Wettbewerbsbasis schaffen, bevor Vertriebsressourcen ausgespielt werden. Ohne diese Datenbasis ist der Vertriebsaufbau in der deutschen Krankenhauslandschaft zu teuer — mit dieser Basis ist er kalkulierbar.
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